Auch „Nicht-Studierte“, wie es so schön heißt, wissen mittlerweile, dass ein abgeschlossenes Hochschulstudium keine Garantie zum Geldverdienen ist. Marshall Shord hat für seine Abschlussarbeit über das Frühwerk von Thomas Pynchon angeblich jedoch einen Preis von $ 56.000 gewonnen. Dazu an dieser Stelle herzlichen Glückwunsch und gleich eine Nachfrage: Wie hat er das geschafft, obwohl er in seinem Essay das Personalpronomen der ersten Person Singular verwendet?
Archive for Oktober 2006
In Allgemein on Oktober 29, 2006 at 7:01
In Allgemein on Oktober 25, 2006 at 3:03
Alle klatschen mit
In Allgemein on Oktober 23, 2006 at 11:09Auch drei Jahre nach Von Spar schreibt man Wut weiterhin mit drei Buchstaben und gemeinhin bekannten Zutaten: Bass, Schlagzeug und ein Moog, der wahlweise nach ACID-Fanfare oder stark moduliertem LFO klingt. Und dazu dann: „Deine Eltern sind Medien.“ Bands wie diese sind die späte Bestätigung aller Pädagogenwarnungen, nach denen zuviel Fernsehen unkreativ macht. Aber egal, Mitmenschlichkeit als Epiphanie ist ja nicht das Schlechteste. Deswegen auch der Aufruf an alle Besucher kommender Mediengruppe Telekommander-Konzerte: Pünktlich kommen und rechtzeitig vorm Hauptact mit den Freunden in die Kneipe. Ich für meinen Teil geh jetzt Hair Police auflegen.
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Fußlahme Gespenster
In Allgemein on Oktober 21, 2006 at 1:26
Dem Zwang zur Zweitverwertung geschuldet muss ich folgende Anekdote auch an dieser Stelle noch einmal ausbreiten. Donnerstag abend war ich aus Versehen auf einem Büchergespräch, das ich dummerweise in der Ankündigung als eine Lesung mit Diskussion verstanden hatte. Neben einer merkwürdigen Tendenz zur Vergötterung von Arno Schmidt mit erstaunlichen knappen Aussagen über sein Werk („Spätwerk spielt in der Heide“) gab es dann also eine Diskussion über die Authentizität von einem Coming-of-Age Novel, dessen Titel ich wieder vergessen habe. Wie dem auch sei, nach Ende des Büchergesprächs wollte ich dann ein Buch von Dietmar Dath erstehen, dass ich während des Gesprächs im Regal entdeckt hatte. An der Kasse fing mich dann mein ehemaliger Fussballtrainer, übrigens promovierter Germanist, ab, warf einen Blick auf mein neuerstandenes Buch und meinte „Du solltest lieber die Klassiker lesen“. Erst war mir die Bedeutung dieses Satzes ein wenig unklar, sollte er ernsthaft vorschlagen, dass ich meinen Abend lieber mit Goethes Schriften über die Botanik als mit einem ausführlichen Ausflug ins Grauen verbringen sollte? Doch dann erinnerte ich mich. Eine halbe Stunde zuvor hatte er einen seiner Klassiker zitiert: „Ein Gespenst schleicht um in Europa.“
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In Allgemein on Oktober 20, 2006 at 11:41
Heute noch mit C. darüber geredet, dass die Omnipräsenz von Musik das einzig Gute an MySpace ist. Und jetzt lese ich diesen Artikel und kann mir irgendwie erklären, warum ich letztens beim Besuch im Lieblingsplattenladen meiner Jugend nicht mehr die Neugier von damals verspürt habe. Und bevor jetzt jemand mit diesem Distinktionsblabla ankommt, dass Soziologen gerne verwenden, wenn Sie nicht mitspielen dürfen: Neugier ist wie Schnapps und Pizza!
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Proletarier und Lumpen
In Allgemein on Oktober 18, 2006 at 10:55Man beachte auch die beiden Leserkommentare. Während der erste Schirrmachers Thesen nachbetet, sie aber als eigenen unausweichliche Erfahrung tarnt, fordert der zweite mit einer Gelassenheit, die man wohl nur noch unter FAZ-Lesern findet, mehr akademische Ausgewogenheit von Herrn Dath. Wo leben diese Leute eigentlich?
In Allgemein on Oktober 17, 2006 at 8:42
In Allgemein on Oktober 13, 2006 at 3:37
In Allgemein on Oktober 8, 2006 at 10:20
In Allgemein on Oktober 8, 2006 at 1:00
Nachdem ich letztens mit C. auf dem tollen Konzert der Goldenen Zitronen in Duisburg war, möchte ich gerne noch auf diese Episode der gleichfalls tollen Hörbar Abstrakt hinweisen. Wohl bekomm’s.
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In Allgemein on Oktober 5, 2006 at 11:16
In Allgemein on Oktober 3, 2006 at 10:20
In Allgemein on Oktober 3, 2006 at 1:20
Eine kleine Szene in Studio 60 on the Sunset Strip scheint mir bemerkenswert. Der Chefschreiber sitzt in schwarzem Anzug gekleidet seines Gagschreibern gegenüber, die eigentlich nur ein Thema kennen: George W. Bush, das kleinste gemeinsame Übel aller. Wohl eine der Randauswirkungen der „You’re either with us or against us“-Stimmung, aus der es leider nicht so wirklich ein Entkommen zu geben scheint. Dumm nur, dass die Gegner der Bigotterie diese mit dem ältesten Mittel überhaupt, dem unhintergehbar Realistischen bekämpfen wollen. Trotz der offensichtlichen Hommage an „Network“ verkneift sich Studio 60 alle Genreparodien und bietet stattdessen Authentizität pur. Schade eigentlich. Aber heute abend startet ja die tapfere Miss Mars in neue Abenteuer und ihre Versetzung aufs College öffnet gleich ein neues Genre der Ausplünderung durch Rob Thomas. Go Pirates!
Fällt er in den Grabenkrieg…
In Allgemein on Oktober 2, 2006 at 11:24
Bevor dieses Blog noch als Dietmar Dath-Verehrungsstrecke endet, sollte ich mir vielleicht mal was Neues einfallen lassen.
Reden wir also mal über die Arbeit, besser über den Job. Eigentlich gefällt mir das alles ganz gut, manchmal allerdings bekomme ich schlechte Laune. Am Freitag war ich zu einem Pressegespräch geladen, zusammen mit meiner netten Kollegin Jennifer von der WP, die etwas besitzt, was ich auch gerne hätte, nämlich ein regelmäßiges Einkommen oberhalb der Hungertuchgrenze. Aus diesem Grunde sind solche Termine für sie auch Ärgernis und für mich Honorar. Aber ich schweife ab. Gegenstand dieses Pressetermins war also ein Veranstaltungsreihe über die Globalisierung und ihre Auswirkungen in Arnsberg, nichts besonders Spektakuläres, eine „neutrale“ wissenschaftliche Einführung, drei Betriebsbesichtigungen ohne Betriebsratsbeteiligung und eine abschließende Podiumsdiskussion für die lokalen Politiker, Wirtschaftsfunktionäre und Gewerkschaftsvorsitzenden. Eigentlich eine ganz gute Idee, wenn auch 10 Jahre hinter dem Stand der Diskussion hinterherhinkend.
Denn was musste ich mir an Weisheiten von den Organisatoren anhören? „In Zukunft wird man nicht mehr sein Leben lang bei der gleichen Firma arbeiten.“; „Schroth (richtig, tiefergelegter Golf) hat extra jemanden für das Development eingestellt, nur für dieses Projekt.“ „Von Karl Marx gibt es ja diesen Spruch (sic!), dass ein Arbeitsplatz in Birmingham mehrere Arbeitsplätze in Indien vernichtet. Heute ist das aber umgekehrt.“ Puh, das ist also der Arbeitskreis Erwachsenenbildung und man fragt sich an dieser Stelle, was genau die denn eigentlich an den Erwachsenen bringen wollen außer Floskeln? Beim Fotoshooting offenbarte sich dann das Level der theoretischen Einsichten sofort. Ein Schüler des nahegelegenen Gymnasiums fläzte sich in der Sonne, während die gebildeten Erwachsenenbildner posierten, um ja auch nicht aus dem Rahmen zu fallen. Und wie das mit Jugendlichen so ist, die Lehrer und Priester als ernstzunehmende Gegner betrachten (na?), sagte er: „Ich bin Globalisierungsgegner“, während die um die Volksbildung bemühte Frau antwortete: „Wo kommen denn deine Turnschuhe her?“ und da habe ich dann weggehört und mir überlegt, dass das mit dem Pessimismus des Geistes eben leichter ist als mit dem Optimismus des Willens.
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In Allgemein on Oktober 1, 2006 at 1:29
Genug der IT-Beschwerden. Auf dem Cover der nächsten De:Bug ist Dietmar Dath in inniger Umarmung mit Christian Kracht zu sehen. Gemeinsam sollen die beiden haben, dass es ihnen gelungen sei, abseits von Popschnöselei und gutbürgerlichem Blahblahblah eine eigene schriftstellerische Stimme zu finden. Bei Dath bewundere ich allerdings zuerst die Nonchalance: im Interview mit der Polar bezeichnet er seinen Job bei der FAZ, für den sich vermutlich eine Menge Leute ein Bein ausreißen würden, als simple Notwendigkeit, um sein Schrifstellertum zu finanzieren. Derbe Respekt, Alter.
Nicht finden wird man diese beiden Stimmen der jungen deutschsprachigen Literatur vermutlich in unserer tollen Stadtbücherei, die zwar kein einziges Buch von Adorno, dafür die unterhaltsame Anleitung zum gemeinsamen Pixelslashing „Der Weg zur gelungenen LAN-Party“ für die pickligen Leser bereithält. Das kann ich mir gut vorstellen. Endlich hat es der 14jährige Sprößling geschafft, seinen Ingenieurs- und Verwaltungsbeamteneltern den Partykeller für ein Wochenende Quake XCVI abzuschwatzen, entdeckt ein um das Gelingen der Freundesparty besorgter Elternteil das Buch und bringt es mit nach Hause. Was der Sohnemann dort wohl finden mag? „Halten Sie reichlich Cola und Knabberkram für ihre Gäste bereit. Denken sie jedoch auch an eine ausreichende Menge Strohhälme, damit der Genuß der Zuckerbrause nicht zu einer Feuerpause führen muss.“ ???
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