kubia

Archiv für März 2008

Does it become easier?

In Mittendrin on März 30, 2008 at 5:41

Gestern bei Polarkreis18 gewesen, dafür Dank an C. Dennoch – „besser als erwartet“ ist wenig schmeichelhaft, oder? Aber es ist nicht nur das Gefühlige an der Musik, was stört, die Tatsache, dass eine behütete Jugend nicht mit großen Ideen anstelle von großen Gesten aufwarten kann, es ist der Rahmen, der den Ton angibt.

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Vorher, am Nachmittag, ging ich, wenig im Magen, den Kopf in flirrender Trägheit vom Abend davor, durchs Brückviertel. „Das sind nicht die Nazis, die sind gegen Nazis“, sagte eine gepiercte Mittdreißigerin zu einer Gruppe Teenager, die staunend vor der „Schmuddel-Gedenkdemo“ standen. Gründe dafür gibt es genug. Auch ein Grund: Gegenüber von der Hirsch-Q wird ein neues Orchesterzentrum gebaut, ein Schritt zur „Aufwertung“ des Brückviertels zum „Szeneviertel“, mit allem, was dazu gehört. Das macht das Konzert von sechs Hübschen aus Dresden halt auch so schwierig: ihre Version von anspruchsvollem und sauberen Pop zur Aufhübschung der einzigen Gegend, in der so etwas wie Pop vor einiger Zeit in Dortmund überhaupt möglich war.

Heute nachmittag bemerkt: In der Sternstraße kann man Legendary Pink Dots-Postkarten im Fenster entdecken, in der Neuen Tremoniastraße jätete eine Frau mit Winterkälte-Shirt das Unkraut des neuen Reihenhauses.

Irgendwann….

In AgitProp, Buchstaben (verlegt), Schnitt on März 27, 2008 at 1:24

…muss mal jemand einen allumfassenden Essay über SF und Marxismus schreiben.

Bun=Kleine Brötchen?

In Ton on März 26, 2008 at 4:36

Ok, der Bounty Killer spielt jetzt also nicht in Essen. Das ist ja auch in Ordnung. Interessant ist da aber die Erklärung des Veranstalters:


Wir stehen dazu den Weg des Künstlers Bounty Killer zu akzeptieren, sich bisher nicht einer öffentlichen Distanzierung seiner/dieser inzwischen fast über 10 Jahre alten Texte anzuschließen, wie es andere Artists z.B in England getan haben.Wir kennen die menschenunwürdige Situation von Schwulen und Lesben auf Jamaica und lehnen diese Diskriminierung, die dort in Medien und Politik Mainstream ist ab!! Jedoch ist Jamaica quasi in Bürgerkriegsähnlichen Zuständen. Alle 6 Stunden wird dort ein Mensch erschossen – bei einer Einwohnerzahl die unter der Einwohnerzahl von Berlin liegt (Jamaica = ca 2.800.000 Einwohner)!! Wir sind der Meinung, dass es den Jamaicanern selbst zu überlassen ist, dass Tempo zu bestimmen und diese Problematiken aufzuarbeiten. Einmischung nach Art: Wir sind die Zivilisierten und Ihr müsst euch sofort ändern, schürt dort unten doch nur den Hass, stärkt den Mainstream und verhärtet die Fronten!!

Ist so ein kruder Antikolonialismus eigentlich unter Reggae-Veranstaltern sehr verbreitet? Mir fehlen da die Kenntnisse, obwohl ich durchaus in der Lage bin, Patois zu verstehen. Wie metaphorisch jetzt „bun“ gemeint sein soll, ist mir da relativ egal, der Großteil der Jamaikaner scheint jedenfalls mit dem vierfachen Schriftsinn nicht so vertraut und nimmt das gerne mal wörtlich. Warum das in Deutschland gerne apologetisch gesehen wird, hat Olaf Karnik vor einiger Zeit mal beleuchtet:


Die Eins zu Eins-Aneignung jamaikanischer Standards wird extrem problematisch, wenn sie sich nicht mehr auf Methoden, Styles, Techniken, Ästhetik beschränkt, sondern, um der Authentizität willen, sogar reaktionärste Inhalte bejaht. Wer hier „Chi Chi Man“ tatsächlich so meint wie in Jamaika, verleugnet vor allem die eigene Geschichte: 20 Jahre als Reggae-Fan Gegenkultur gelebt und aufgebaut und dabei ganz den gesellschaftlichen und politischen Kontext der Spießer-BRD zu vergessen, der einst dazu motivierte, in „Stand Up For Your Rights“, „Legalize It“ oder „Bass Culture“ mehr zu hören als Musik.

Das muss man ja irgendwie nicht weiter kommentieren, diese Debatte ist ja schon häufig geführt forden. Trotzdem warte ich eigentlich auf den Tag, an dem Monika Griefahn sich dazu äußert. Achja, am 19.Mai wird Sizzla in der Livestation erwartet – hoffentlich.

Smiling, beguiling

In Ton on März 23, 2008 at 10:48

Shiny Happy Network People

In Die, uns und icke on März 21, 2008 at 12:38


Bild: kapitalismus.de

Schön, wenn das Wetter so miserabel ist. Mit gutem Gewissen den Besuch von Shrinking Cities auf morgen verschoben, stattdessen mal Frau Bunz über soziale Netzwerke gelesen. Beim Gedanken an Althusser kurz gegrinst, sich dann aber gefragt, ob der Text nicht eher eine Paraphrase als ein Update von Hegel ist und zu guter Letzt dann doch wieder offline zum Buch gegriffen.

Pivotal

In Ton on März 18, 2008 at 12:46

auch gut. pivot. demnächst auf warp

They take away the rides from all the kids

In Schnitt on März 17, 2008 at 10:22

Meine Lieblingszene in Gus van Sants wundervollem Skaterfilm „Paranoid Park„. Ein Polizist kommt in die Schule und spricht zu den versammelten Skatern:

„I want to get to know your skateboard community.“
- „We’re not a community. We don’t even know each other.“

In Die, uns und icke on März 14, 2008 at 12:11

Wen hat’s gewundert? Die IP-Adresse verrät alles! ALLES!

Glückwunsch

In Buchstaben (verlegt) on März 11, 2008 at 4:41

Wow. Missy Magazine hat also gewonnen – 25.000 Euro. Was sie damit anstellen, kann man dann im Herbst am Kiosk sehen. Ich freu’ mich schon. (via de-bug)

In Buchstaben (verlegt) on März 10, 2008 at 1:47

Siamese Twins?

In Buchstaben (verlegt) on März 9, 2008 at 11:04

Das ist also das Youtube für Text. Was aber ist die Schriftversion von Lipsync-Videos?

In Die, uns und icke on März 9, 2008 at 10:54

Was ich mich immer schonmal gefragt habe: Ist so eine Leseliste eigentlich ausschlaggebend für eine erfolgreiche Bewerbung als Medienbeobachter?

In Buchstaben (verlegt) on März 8, 2008 at 12:29

Ach ja – wo hier (und vermutlich auch woanders) gerade hercules and love affair auf Dauerrotation läuft, noch ein Hinweis auf den Essay über Anthony von Erik Steinskog in Trikster.

Sturmlauf

In Zeitläufte on März 8, 2008 at 12:16

Das ist ja mal interessant. Neun Schülerinnen an einer englischen Schule haben es abgelehnt, The Tempest im Unterricht zu lesen. Ihre Begründung: Die Darstellung von Shylock in The Merchant of Venice sei antisemitisch. Natalie Rothschild kommentiert auf spiked:

Debating whether or not Shakespeare, who wrote 154 sonnets and over 30 tragedies, histories and comedies, was an anti-Semite involves a great deal of pointless speculation, and is hardly the most important consideration in the study of his work. The same goes for any other Dead White European Male, whether it’s Wagner, Dickens or Twain, all of whom made significant contributions to the world of culture and artistic development and who are remembered by many for their alleged prejudices.

The parents and teachers of the Yesodey Hatorah pupils should have known better than to endorse their childish refusal as a ‘valid’, ‘noble’ or ‘brave’ stance against racism, effectively giving the green card to similar, philistine protests in the future. They might have thought the girls’ decision wise, but this was nothing but a fool’s protest, triggered and intensified by anti-intellectual currents in the adult world.

Herzlichen Glückwunsch

In Zeitläufte on März 6, 2008 at 4:49

an David Schraven, der für seine Berichterstattung über die Einleitung von PFT in die Ruhr den Wächterpreis gewonnen hat.

Neumusik!

In Ton on März 5, 2008 at 5:02

Fennesz_Moers

Vielleicht ist wertkonservativ sein manchmal die bessere Alternative. Christian Fennesz exploriert weiter die Schönheit der Gitarre, Ilpo Väisänen schraubt die Frequenzen seiner selbstgebauten Synthesizer immer tiefer und Christof Kurzmann ist wohl endgültig dabei, sich als der zeitgenössische Woody Guthrie zu positionieren.

In Buchstaben (verlegt) on März 2, 2008 at 7:08