kubia

Archive for Mai 2006|Monthly archive page

In Allgemein on Mai 30, 2006 at 7:44 pm

Sonic Youth haben ja letztens angemerkt, dass die Gegenwart zustimmender auf experimentelle Musik anspreche, als die gerne glorifizierte Zeit Anfang der 80er. Einen weiteren Beweis für diese These liefert die aktuelle Ausgabe des NY Times Magazine. Ein mehrere Bildschirmseiten füllender Artikel von John Wray über das kalifornische Label Southern Lord, Heimstatt von ansprechenden musikalischen Zeitgenossen wie Boris, Earth, Oren Ambarchi oder SUNN O))):“Eight years after its founding, Southern Lord has arguably become as closely associated with the experimental metal scene as Blue Note was with the hard bop movement of the 50’s.“

Eine durchaus interessante Übersetzung für die Leserschaft des NYT Magazines, die aber bestimmt verstanden hätte, wenn der entsprechende Autor auf den Grund von Gustav Mahlers Präsenz auf der Pausen-PA eingegangen wäre. Steven O’Malley arbeitet nämlich zur Zeit mit Gisele Vienne, Peter Rehberg und Dennis Cooper an einer Version von Mahlers Kindertotenlieder, erste Skizzen kann man in Coopers Blog betrachten. Was einen an der Physikalität von Klang interessierten Musiker, eine Choerografin, einen Laptop-Musiker sowie einen durch Punk beeinflussten Autor an einem Thema der Romantik interessiert, ist mir allerdings noch nicht so ganz klar. Da wird wohl Dietmar Dath in die Bresche springen müssen.

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Maple Leaf

In Allgemein on Mai 22, 2006 at 1:00 am

Der Nachteil diverser Lernbemühungen ist die Entwicklung dessen, was ein Ex-Nationaltorwart nach eigenem Diktum einen „Tunnelblick“ nennt. Man bekommt einfach nicht mehr soviel mit. Vollkommen überraschend kommt für mich daher die Entdeckung des wundervollen Labels Ahornfelder aus Leipzig:“the label ahornfelder releases compositions which aim at creating a field. it is a combination between sound and music, noises and harmonies, patterns and deconstruction, academic approaches and melodic songwriting.“Soweit, sogut. Nun trifft diese Beschreibung vermutlich auf jede Form von Musik zwischen dem Tatort-Soundtrack und Luigi Nono zu, was die Releases von Ahornfelder für mich so anhimmelnswert macht, ist ihr verspielter Einsatz von Field Recordings. Yuchiro Fujimoto fügt in das rhythmische Gerüst sparsam angeschlagener Gitarren-Akkorde Aufnahmen des Blätterraschelns eines Novemberspaziergangs. Sinebag wiederum benutzt Piano-Aufnahmen, die er sorgfältigst rearrangiert.

Besonders zu Dank verpflichtet bin ich den Labelchefs dann auch für ihren Link zum Tokafi-Fanzine aus Münster. Wer sich also ärgert, dass Skug nur zweimonatlich erscheint, Auf Abwegen noch seltener und dass Dan Warburton seine Texte für The Wire nicht bei Paris-Transatlantic einstellt, dessen Zeit sollte damit eigentlich gut genutzt sein.

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In Allgemein on Mai 10, 2006 at 4:12 pm

Wie Ferris Bueller nimmt sich auch der Blogwart (merkwürdige Bezeichnung) dieses Weblogs einen freien Tag. Nachdem die letzte staatsbürgerschaftliche Verpflichtung bewältigt wurde, ist nun also mal ein wenig Freizeit angesagt. Folgende Aktionen werden also in diesem Blog nicht dokumentiert werden:

1. Mit U. zusammen einen gemütlichen Abend im Trauma beschallen
2. Nach über 10 Jahren wieder mal Ulysses lesen
3. Meiner Schwester beim Umzug helfen.
4. Das Season-Finale von Veronica Mars gebührend begehen
5. Sich fragen, wann und für wen denn die Studiengebühren gelten werden…

The Bear Bellies

In Ton on Mai 6, 2006 at 1:00 am
Wie sagte T. letztens so passend zu mir: Jan Müller kann auch noch was anderes als schlecht Bass spielen und mit der Locke wippen? Nein, kann er nicht, wie das Bierbeben-Konzert am Montag wohl beweisen dürfte. Thies Mynther, das andere bekannte Bierbeben hat übrigens beim Superpunk-Auftritt 2001 seinen Sequencer im Trauma liegen lassen, wodurch der Rest der Tour fast ins Wasser gefallen wäre, wenn nicht irgendjemand so nett und aufmerksam gewesen wäre, ihn drauf hinzuweisen. Soviel Freundlichkeit erwiderten die deutschen Hünen von Superpunk dann übrigens beim Auftritt 2004 mit spöttischen Bemerkungen über die mangelnde Körpergröße ihres aus Tschechien stammenden Bandbetreuers. Jaja, Welt, Freunde, Gäste undsoweiterundsofort.Und bevor mich jetzt irgendjemand auf die neue Single von Mediengruppe Telekommander hinweist: Ich weiß,“der Sänger geht immer in den gleichen Lebensmittelladen wie ich.“ Macht ihn aber auch nicht sympathischer.
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It’s all heart and all facts

In Allgemein on Mai 3, 2006 at 1:58 am

Man beachte auch Teil 2 und Teil 3.
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Ehrlicher Seitenläufer, Elfmeter, bla, bla

In Allgemein on Mai 1, 2006 at 10:05 pm

Die FAS ist eine meiner Lieblingszeitungen. Warum? Nirgends bekommt man einen ungeschönteren Einblick in die Köpfe junger mobiler Standortfans. Der Gesellschaftsteil macht auf mit der praktischen Drogenberatung und schließt mit der Typberatung im Hinblick auf Sommerhüte. Rein sommerhuttechnisch bin ich übrigens ein Herbsttyp, stelle ich fest. Das wöchentliche Highlight der Gastrokritik, die sich in erster Linie durch das assoziierte Foto des Kassenbons auszeichnet, brauche ich vermutlich nicht mehr zu erwähnen. Doch diese Woche ist der sonst so trockene Sportteil das Highlight des Frankfurter Blattes. In einem in die Tiefe gehenden Interview, das die Frage nach seinem Parkplatz leider ausklammert, erklärt eine „der erfahrendsten Kräfte seiner Gilde“, der Schiedsrichter Herbert Fandel, die Sitten des Grüns unter den Bedingungen mobilen Arbeitskrafteinsatzes:

„FAS: Dann gibt es die Fallsucht in deutschen Stadien, meist dramatisch vollzogen von den Spielern.
Handel: Ich würde das nicht dramatisieren wollen. Natürlich haben diese Dinge in den vergangenen Jahren zugenommen, vielleicht liegt es an den Einflüssen aus anderen Fussballkulturen.“

Ah, jetzt habe ich es begriffen. Der deutsche Fussballer kämpft, bis ihm die angeschwollene Halsschlagader die Luft abschnürt aber ohne äußere Einwirkungen umfallen, das tut er nur, wenn er Frank Mill heißt und schon auf dem Bolzplatz neben einer Menge Industrieabgase schlechte Einflüsse eingeatmet hat. Oder, um Wiglaf Droste zu paraphrasieren: „Wenn keiner mehr steht, steht die Identität.“

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