kubia

Archive for Juni 2006|Monthly archive page

In Allgemein on Juni 30, 2006 at 9:06 pm

Was für ein Tag. Robert Gernhardt ist gestorben, draußen liegen sich die Menschen in den Armen. Gut, dass der Verstorbene sozusagen präletal noch die passenden Worte gefunden hat:

Fliegengedicht

In dieses Volk hineingeborn –
was hab ich in dem Volk verloren?

In diesem Volk, wo morgens die Getretenen
ihrem Spiegelbild schwören: Schluß mit dem
Stiefellecken, heute müssen Köpfe rollen

Schluß Schluß Schluß

In diesem Volk, wo mittags der Glanz der
frischgeleckten Stiefel all diejenigen blendet,
die sich die Visagen der Treter einprägen wollen

Glanz Glanz Glanz

In diesem Volk, wo abends die randvollen Gläser
die Angst der Köpfe der Getretenen vor dem
Rollen auslöschen sollen

Angst Angst Angst

In diesem Volk bin ich daheim.
So spricht die Fliege auf dem Leim.

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In Mittendrin on Juni 30, 2006 at 1:00 am

„Free market fanatics can happily give away their blog-making labor without realizing they’ve become cyber-communists! This ideological inconsistency has hidden the social impact of the hi-tech gift economy.“

Mit bestem Dank an Johannes für die Madeleine…

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In Allgemein on Juni 29, 2006 at 9:36 am

Meine Lieblingseigenschaft von Web 2.0 ist seine sprachliche Produktivität. Innerhalb der Folksonomy gibt einen long tail von Begriffen, die mir genausoviel Freude bereiten wie ein Schluck kühler Orangina. Nur Freedbacking finde ich ein wenig verwirrend. Dachte ich erst an einen taktischen Spielzug, später an eine Art von non-safe Sex und zu guter Letzt an das Ablegen von Kleidung, um den darunter liegenden Schwimmanzug zum Vorschein kommen zu lassen, erscheint mir seine letztendliche Bedeutung doch eher so, wie es das etwas unsensible compounding schon andeutet: wie Fanta.

Technorati:

del.icio.us:

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In Allgemein on Juni 26, 2006 at 10:56 am

Puh, ist das ein Passig-Herzen heute in den Medien. Ist aber auch verdient. Weil mir Spielverderbertum zu billig scheint, Negation zu adornitisch und weil ich gerade ein wenig Lust habe, Sachen einfach mal gut zu finden, hier noch das umwerfende Selbstportrait der Autorin.

Hach!
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In Allgemein on Juni 26, 2006 at 3:01 am

Dass ein wenig Pech auch durch fortgeschrittene Meditation über Ursache des Pechs nicht gelindert werden dürfte, für diese Einsicht hat Kathrin Passig immerhin den Bachmann-Bewerb gewinnen dürfen.

Trotz allem hat mir mein heutiges Zugverspätungsunglück zu interessanten Einsichten über die menschliche Bedingung verholfen. Zum einen habe ich gelernt, dass im Moment der tiefsten Verzweifelung über das Nichteinhalten des Fahrplanes aus allen Menschen plötzlich Brüder werden, vereint im Zorn auf den anonymen Feind Deutsche Bundesbahn.

Ok, das war gelogen, das wusste ich schon.

Aber wirklich neu war mir, dass ich einen Gesprächspartner älteren Kalibers mit einer Anekdote beeindrucken konnte, die mir eigentlich nur aufgrund ihrer Absurdität (alltagssprachlich dies, nicht im Theaterkritiker-zur-Weißglut-reizenden Sinne gemeint) im Gedächtnis geblieben ist:

„Und Cruyff, der Fußball-Genius, tigerte in der Nacht vor dem Finale qualmend auf und ab und erschien leichenblass zur Seitenwahl. „Er spielte lausig“, schreibt Kok. Eine Titelstory der Bild („Cruyff, Sekt, nackte Mädchen und ein kühles Bad“) war Auslöser der Unpässlichkeit. Die Oranje-Stars hatten mit Groupies am Pool gefeiert. Nach dem Bericht musste der Spielmacher in langen Telefonaten seine Frau beruhigen. Michels witterte eine Kampagne deutscher Medien und sprach nurmehr Holländisch. „Krieg“, sagt Kok, sei damals eine Lieblingsvokabel des „Generals“ gewesen.“

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In Mittendrin on Juni 25, 2006 at 1:00 am

Komischer Tag war das heute: Erst einen tollen Text von Kathrin Passig beim Bachmann-Wettbewerb gehört, dann eine merkwürdige Zugfahrt, bei der ich beim Umsteigen durch Lautsprecher-Durchsage erfahren durfte, dass Schweden nur noch mit 10 Mann auf dem Platz ist, dann ein Paar im Zug gehabt, dass sich über ein Faltblatt von Fort Fun ausgetauscht hat und zu guter Letzt noch ein 3stündiges Hupkonzert mit anschließender Gesangsperformance von ein paar stimmbrüchigen jungen Herren, die „Steht auf, wenn ihr Deutsche seid!“ zum Besten gaben. Bin dann einfach mal vorm Fernseher sitzen geblieben und hab gesehen, wie Julian Casablancas die Kamera mit dem Mikroständer zerlegt und mich dann an den Zivildienst-Kollegen erinnert, der beim allerersten Hurricane fast die Monitorbox abbekommen hätte, die Iggy Pop von der Bühne gekickt hat. Rock ’n‘ Roll will never dead.

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In Allgemein on Juni 20, 2006 at 6:16 pm

Wie ist’s denn ausgegangen?

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In Allgemein on Juni 6, 2006 at 11:23 pm

Nachteil des Major-Deals oder Adbusting? In der Niveawerbung lief gerade „Deceptacon“ von Le Tigre im Hintergrund, aber nur diese Stelle: „everything you think and everything you feel is alright, alright, alright, alright, alright.“

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In Allgemein on Juni 6, 2006 at 1:46 am

„tuesday night at the bible study
we lift our hands and pray over your body
but nothing ever happens“

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