kubia

Archive for August 2006|Monthly archive page

In Allgemein on August 17, 2006 at 10:09 pm

Da Peter Rehberg jetzt wohl Theatermusiker ist, erscheint der Nachruf auf Mego durchaus passend, oder?

In Allgemein on August 16, 2006 at 7:26 pm

Sympathisch

Drastisch

Aufgeschoben

Toll trieben’s die alten Meme

In Allgemein on August 16, 2006 at 4:10 pm


Nachdem ich am Samstag im Zuge eines beruflich bedingten Besuchs in unserer Dorfdisco ein halbstündiges Gepräch über diesen Jahrtausendwendenhype namens Memetik führen durfte, bin ich nur allzugern bereit, mich an der Vulgarisierung dieser Theorie zu beteiligen. Wer würde sich dafür besser anbieten als Thomas Pynchon, Meister der unzusammenhängenden Zusammenhänge, öffentlichkeitsscheuer Celebrity-Autor und nebenbei auch noch Urlauber?

Urlauber? Genau! Wie viele andere Amerikaner machte Thomas Pynchon nämlich einmal Urlaub in Mexiko. Nun wollte es der Zufall, dass Lee Harvey Oswald zur gleichen Zeit Urlaub machte und zwar auch in Mexiko. Wenn wir jetzt einmal die Theorie der Memetik bemühen wollen, war es also so, dass Harveys Information darüber, wer denn jetzt der Auftraggeber hinter seinem Mord an John F. Kennedy war, dringend auf ihre Fortpflanzung drängten und sich dafür ausgerechnet einen formidablen Schriftsteller aussuchten, der sie dann irgendwie in die ganze Welt tragen kann oder zumindest auf den Schreibtisch seines Kollegen Don DeLillo.

Nur so kann ich mir die Behauptung der Macher von „Journey into the Mind of P.“ erklären, dass Pynchon also das bestgehütete Geheimnis des US-amerikanischen Geheimdienstes mit sich tragen soll und mir fällt auch wieder ein, warum ich den Film bei seiner Erstausstrahlung schnell wieder abgeschaltet habe. Nun ist es aber so, dass Pynchon bald wieder ein neues Buch veröffentlicht, so dass die Geheimnismaschine wieder gut geölt wird. Und in diesem Zusammenhang habe ich heute erfahren, dass es eine Verfilmung von „Gravity’s Rainbow“ gegeben hat, die aber nie in den USA veröffentlicht wurde, und dass obwohl Peter Lohmeyer mitgespielt hat. Ihr Name war übrigens „Prüfstand VII„, wird wohl der Qualitätsprüfstand gewesen sein.

In Allgemein on August 13, 2006 at 9:16 am

Egal wie häufig Sterling Hayden „I am a stranger here myself“ murmelt, wenn er SUNN O)))s „My Wall“ nicht bis in sein Grab hören kann, weiß ich auch nicht weiter.

Große Kunst

In Allgemein on August 11, 2006 at 11:04 pm

Vor zwei Wochen, auf den Senior Coconut-Konzert wurde ich gefragt, was genau denn jetzt daran große Kunst gewesen sei. „Große Kunst ist eine Kategorie für Deppen, die auch in ihrer nicht lohnversklavten Zeit immer noch was zum Anbeten brauchen“, wollte ich antworten, hab aber nur „Keine Ahnung“ gesagt.

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In Allgemein on August 5, 2006 at 8:46 pm

Besonders toll finde ich diesen Artikel aus dem aktuellen Cabinet Magazine, wenn meine Woche doch auch nur so interessant gewesen wäre. Wie gesagt, am Mittwoch bin ich beim Feldtest des Ruhrtalradwegs reichlich nass geworden, am Donnerstag durfte ich dafür dem ehemaligen Anwärter für die Kanzlerkandidatur und Ex-CDU-Fraktionsvorsitzenden ein paar Fragen zum Schüleraustausch stellen und ein Glas Wasser auf Kosten seines Wahlkampfbüros trinken. Eigentlich interessant war daran aber nur die Metamorphose vom gelangweilten Tischherrn zum strahlenden Eichhörnchen, sobald meine und die Kameras der Kolleginnen eingeschaltet waren.

In Allgemein on August 2, 2006 at 11:03 pm

„Wir sind nicht die Avantgarde, wir sind keine Zauberer, wir sind überhaupt nichts Besonderes, nur der Teil der Verarschten und Beherrschten, der ein paar Bücher gelesen hat.“, merkt Dietmar Dath gegen Ende seines Vortrags beim „Wörterbuch des Krieges“ an und nicht nur die Tatsache, dass mein neuer Prekärjob heute neben Muskelkater die komplette Durchnässung mit sich brachte, lässt mich ihm gerne zustimmen.

Als ob dem nicht genug wäre, schreibt dann auch noch Jürgen Elsässer ein paar gar nicht mal so blöde Worte zum Nahost-Konflikt, die Isolde Charims Artikel nicht zu Unrecht wie ein Knigge für den Besuch der antifaschistischen Abendunterhaltung aussehen lassen, auch wenn seine Perspektive auf den Nahen Osten hoffentlich im Nachhinein als hoffnungslos überzogen darstehen wird. Interessant besonders der Versuch, den Begriff „Faschismus“ als zentrale Bezugsgröße in die Diskussion einfließen zu lassen, aber diese wirklich an den Haaren herbeigezogene Parallele zwischen amerikanischen Trotzkisten, deren Gedanken sich aufgrund familiärer Verbindungen schließlich bei den Neocons wiederfinden und den Antideutschen, für die fällt mir wirklich kein passender Ausdruck der Abscheu ein.

Und weil gerade Sluts Version des Moritats von Mackie Messer im Radio läuft, hier eine Frage zum Brecht-Jahr: hat die Nacht wirklich nur zwölf Stunden?