kubia

Work, Work, Work (Pub, Club, Sleep)

In Hausieren on November 20, 2006 at 12:37 am

„And if my thought-dreams could be seen, they’d probably put my head in the calculating machine“, werden sich linke Befürworter eines Bedingungslosen Grundeinkommens in den letzten Wochen wohl häufiger gedacht haben.
Zuerst preschte die Konrad-Adenauer-Stiftung mit einem Gutachten nach vorne, dass dem BGE nicht nur Kostenneutralität bescheinigte, sondern mit Dieter Althaus gleich einen prominenten Fürsprecher erhielt. Die Schattenseiten steckten freilich im Detail: Zurückfahren aller öffentlichen Zuschüsse, Pflichtkrankenversicherung in Höhe von 200 Euro, fast scheint das BGE hier zur Armut per Gesetz zu werden.

Als nächstes äußerte dann Felix Klopotek eine harsche, aber fast schon prophetische Kritik in der Konkret, die im Kern zusammenzufassen wäre als „Wenn man schon Hartz IV für alle einführt, wäre das eine solche politische Kraftanstrengung, dass man die dafür eingesetzte Energie auch gleich für die Umgestaltung des Wirtschaftssystems nutzen könnte.“ Dass das BGE nicht zur Sonne, zur Freiheit und zum Lichte empor führt, damit hat Herr Klopotek vermutlich recht, aber ein wenig sorgloser leben wäre ja auch nicht schlecht.

Interessant ist jedoch die Wendung, die die Debatte zur Zeit im Freitag nimmt. Nachdem Götz Werner Anfang November nochmals seine Finanzierung über die Konsumsteuer verteidigte, bekam er in dieser Woche von dem Volkswirtschaftler Ulrich Busch reichlich Contra: Die Idee des BGE sei deswegen schwierig, weil mit dem Anreizsystem zur Arbeit auch ein notwendiger Faktor zum erxorbitanten Wirtschaftswachstum wegfiele, das nötig sei, um die Umverteilung zu finanzieren. Außerdem sei das BGE ein „Abschied von der kommunistischen Utopie, die bekanntlich auf Arbeit als erstes Lebensbedürfnis setzt.“

Soso, die Arbeit als Lebensbedürfnis? Da fällt mir doch das Nachschlagen von folgendem Zitat ein:
Außer der Anstrengung der Organe, die arbeiten, ist der zweckmäßige Wille, der sich als Aufmerksamkeit äußert, für die ganze Dauer der Arbeit erheischt, und um so mehr, je weniger sie durch eignen Inhalt und die Art und Weise ihrer Ausführung den Arbeiter mit sich fortreißt, je weniger er sie daher als Spiel seiner eignen körperlichen und geistigen Kräfte genießt.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: